THERMOGRAFIE -- ENERGIEPASS
Der Energieausweis nach der neuen Energieeinsparverordnung EnEV 2007

Seit 1. Oktober 2007 ist die neue Energieeinsparverordnung 2007 in Kraft. Damit sind erstmals für bestehende Gebäude, die verkauft oder neu vermietet werden, Energieausweise vorgeschrieben.


Nachfolgend die wichtigsten Regelungen für bestehende Wohngebäude:

* Der Energieausweis nach der neuen Energieeinsparverordnung EnEV 2007
* Was sind die Ziele, die mit Einführung von Energieausweisen verfolgt werden?
* Wie sieht der Energieausweis aus?
* Wie wird der Energiebedarf angegeben?
* Für wen ist der Energiepass Pflicht?
* Wer muss den Energiepass ausstellen lassen und vorlegen?
* Ab wann sollen Energieausweise Pflicht werden?
* Wie lange gelten Energieausweise?
* Was passiert, wenn Energieausweise nicht ausgestellt oder nicht zugänglich gemacht werden?
* Verbrauchspass oder Bedarfspass: Was ist was?
* Wer stellt Energieausweise aus?
* Weitere Details zum Energieausweis

Was sind die Ziele, die mit Einführung von Energieausweisen verfolgt werden?

* Schaffung eines einfachen, kostengünstigen und leicht verständlichen Marketinginstruments
* Schaffung von Innovations- und Investitionsanreizen für Neubau und Gebäudebestand
* Mehr Transparenz für Käufer und Mieter

 
Wie wird der Energiebedarf angegeben?

Der Energiebedarf wird über die Energiekennzahl angegeben:

Jährliche Energiemenge je Quadratmeter beheizter Fläche

Heizenergieverbrauch (kWh) je m² beheizter Fläche (Energiebezugsfläche), je Jahr (a) Angegeben in kWh/(m² a)
Für wen ist der Energiepass Pflicht?

Durch die EnEV werden Energieausweise für Gebäude zu folgenden Anlässe gefordert:

- Bei Errichtung eines Gebäudes

- Bei Änderung eines Gebäudes, sofern nicht bei Außenwänden und Fenstern weniger als 20 % der Bauteilflächen gleicher Orientierung geändert werden oder das Bauteilverfahren angewendet wird (d.h.: bauteilweise bestimmte Anforderungen an den Wärmeschutz erfüllt werden und eine Berechnung des Jahres-Primärenergiebedarfs nicht vorgenommen wurde)

- Bei Verkauf eines Gebäudes oder von Teileigentum

- Bei (Neu-)Vermietung eines Gebäudes, einer Wohnung oder einer sonstigen selbstständigen Nutzungseinheit

- Generell für öffentliche Gebäude mit mehr als 1.000 m² Nutzfläche


Nicht zur Pflicht wird ein Energieausweis, wenn das Gebäude nicht verkauft wird (also z.B. der Eigentümer das Gebäude selbst weiter bewohnt) sowie bei bestehenden Mietverhältnissen. Ferner gibt es Ausnahmen, z.B. für Gebäude unter 50 m².

Der Energieausweis bezieht sich immer auf das fertig gestellte, ganze Gebäude (nicht auf den Planungszustand und nicht auf eine einzelne Wohnung). Bei gemischt genutzten Gebäuden kann man die unterschiedlichen Bereiche (z.B. Wohnen und Laden) voneinander abgrenzen.

Wer muss den Energiepass ausstellen lassen und vorlegen?

Bei Errichtung und (unter bestimmten Bedingungen) bei Änderung eines Gebäudes muss der Bauherr sicherstellen, dass der Pass ausgestellt wird.

Bei Verkauf hat der Verkäufer dem Kaufinteressenten den Ausweis zugänglich zu machen.

Bei Vermietung, Verpachtung oder beim Leasing hat der Eigentümer, Vermieter, Verächter und Leasinggeber dem Mietinteressenten den Energieausweis zugänglich zu machen.
Ab wann sollen Energieausweise Pflicht werden?


Bei der Errichtung und (bei bestimmten Bedingungen) bei Änderung eines Gebäudes sind Wärmebedarfsausweise bzw. Energiebedarfsausweise bereits seit den Jahren 1995 bzw. 2002 Pflicht. Folgende weitere Fristen sind vorgesehen:

Energieausweise müssen zugänglich gemacht werden

- ab dem 1.7.2008 für Wohngebäude älterer Baujahre als 1966 bei Verkauf und Neu-Vermietung,

- ab 1.1.2009 für Wohngebäude, die seit 1966 fertig gestellt wurden bei Verkauf und Neu-Vermietung,

- ab 1.7.2009 für Nichtwohngebäude bei Verkauf/Vermietung sowie bei „öffentlichen“ Nichtwohngebäuden über 1.000 m², bei denen der Pass ausgehängt werden muss.


Wie lange gelten Energieausweise?

Die Gültigkeitsdauer beträgt 10 Jahre.
Was passiert, wenn Energieausweise nicht ausgestellt oder nicht zugänglich gemacht werden?


Verbrauchspass oder Bedarfspass: Was ist was?

 
Verbrauchspass : Der Verbrauchsorientierte Pass sagt absolut NICHTS über den energetischen Wert des Gebäudes (Gebäudehülle, techn. Anlagen) usw. aus, vielmehr spiegelt er das Nutzverhalten der Bewohner wieder. Je nach Mieter / Nutzer kann sich das Verhalten jedoch in laufe der Zeit ändern, so dass sich auch die Energie Verbrauchswerte ändern. Ab mindestens 5 Wohneinheiten hat dieser Pass eine eingeschränkte Aussagekraft über den Gesamtverbrauch des Gebäudes, da sich die Werte mitteln.
 
Bedarfsorientierter Energiepass : Beim Bedarfsorientierten Energiepass wird die gesamte Gebäudehülle (Wände, Dach, Kellerdecke, Fenster, technische Anlagen) detailliert in Augenschein genommen und analysiert. Es wird ein energetischer IST-ZUSTAND ermittelt. Dieser Ist Zustand beinhaltet alle U-Werte der Gebäudehülle sowie den energetischen Zustand der Heizanlage eventl. auch Lüftungsanlage. Außerdem bietet dieser Energiepass auch die Grundlage für das Energiegutachten, dass bei der Gebäudesanierung durch Förderung der KFW Bank eine wichtige Rolle spielt.
Der Aufwand hierfür ist weitaus komplexer als beim Verbrauchsausweis.
Bei der Berechnung wird ein NORM-Nutzverhalten vorausgesetzt. Die angegeben Werte im Energiepass beziehen sich auf den Jahres- Primärenergiebedarf (qp.), die jedoch erfahrungsgemäß vom tatsächlichen Verbrauch abweichen.


Bei den Ausweisen für Wohn- und Nichtwohngebäude muss auf der ersten Seite angegeben werden, auf welcher Grundlage der Ausweis erstellt wurde. Für die Ausstellung gibt es zwei Möglichkeiten: entweder auf der Grundlage von Berechnungen zum Energiebedarf oder auf der Grundlage von Auswertungen des Energieverbrauchs. Auf welcher Basis der Pass ausgestellt werden darf, hängt ab

- vom Anlass,

- vom Baujahr des Gebäudes,

- von der Anzahl der Wohneinheiten im Gebäude,

- vom energetischen Zustand des Gebäudes.



Bei der Errichtung eines Gebäudes“ ist immer ein Bedarfsausweis auszustellen. Bei Nichtwohngebäuden und Wohngebäuden mit fünf und mehr Wohneinheiten dürfen Ausweise grundsätzlich auf beiden Grundlagen ausgestellt werden; hier sind also Bedarfs- und Verbrauchsausweise erlaubt.

Bei Wohngebäuden mit weniger als 5 Wohneinheiten sind „Verbrauchsausweise“ nur für solche Gebäude erlaubt,

- deren Bauantrag nach dem 1.11.1977 gestellt wurde, oder die

- bei (früherem Baujahr) bereits die Anforderungen der damaligen Wärmeschutzverordnung 1977 erfüllten oder durch Modernisierung erreicht haben.


Für die Zeit zwischen der Inkrafttreten der EnEV am 1.10.2007 bis zum 1.10.2008 soll es die Ausnahme geben, dass Ausweise auf der Grundlage der Auswertung des Energieverbrauchs auch für Wohngebäude kleiner als 5 Wohnungen ausgestellt werden dürfen.


Wer stellt Energieausweise aus?


Energieausweise für Gebäude werden anders als Personalausweise nicht von einer Behörde ausgestellt. Der Staat regelt durch die EnEV, welche Akteure in seinem Auftrag Energieausweise ausstellen dürfen. Dabei macht der Staat keine personen- oder firmenbezogene Zulassung: Vielmehr stellt er lediglich Anforderungen an die Ausbildung und an die Weiterbildung bzw. an die Berufsausübung. Abhängig vom Gebäudetyp sollen die Akteure im Bild bevollmächtigt werden, Energieausweise auszustellen.
Weitere Details zum Energieausweis


Fläche

Im Energieausweis wird der Energiebedarf und/oder der Energieverbrauch in kWh pro Quadratmeter angegeben. Durch diesen Maßstab ist ein Vergleich verschiedener Gebäude und Energieträger möglich. Der Quadratmeter ist allerdings nicht die Wohnfläche! Vielmehr wird eine fiktive „Gebäudenutzfläche“ AN berechnet. In sie gehen z.B. die Standflächen der Wände sowie bei hohen Räumen die überdurchschnittliche Raumhöhe ein.


Heizkosten

Die Heizkosten werden im Energieausweis nicht angegeben. Auch in den Modernisierungsempfehlungen fehlen Angaben zu den nötigen Investitionsbeträgen.


Umweltaspekte

Umweltaspekte werden im Energieausweis durch drei Größen berücksichtigt: den Primärenergiebedarf, den Endenergiebedarf bzw. –verbrauch und durch die verursachten CO2-Emissionen. Letztere sind allerdings nur freiwillig anzugeben.


Nichtwohngebäude

Erstmals wird die Beleuchtung und die Kühlung bei Nichtwohngebäuden in den Energiebedarf einbezogen. Das ist gut, denn dieser Energiebedarf kann erheblich sein und den Heizwärmebedarf deutlich übersteigen.

Aus diesem Grund sehen Energieausweise für Nichtwohngebäude etwas anders aus.


Was kostet ein Energieausweis ?

Die EnEV macht hierzu keine Vorschriften. Der Preis muss individuell ausgehandelt werden bzw. wird nach Aufwand berechnet.